In_equality Conference 2026

Vor der Kulisse des Bodensees brachte die In_equality Conference 2026 bereits zum dritten Mal eine internationale Forschungscommunity zusammen, um die politischen Ursachen und Folgen von Ungleichheit aus unterschiedlichen Perspektiven zu diskutieren.
© Ines Janas

Die dreitägige Konferenz fand im Bodenseeforum Konstanz statt und bot ein umfassendes Programm, darunter 43 Panels mit insgesamt 116 Vorträgen, zwei Podiumsdiskussionen, mehreren Keynotes, Posterpräsentationen und einem umfangreichen Rahmenprogramm. Alle Veranstaltungen wurden außerdem live gestreamt, sodass neben den mehr als 230 Teilnehmenden vor Ort, auch knapp 150 Personen online teilnehmen konnten.

Bereits einen Tag vor dem offiziellen Konferenzbeginn bot die  „Pre-Conference für NachwuchswissenschaftlerInnen“ jungen Forschenden wertvolle Gelegenheiten zum Austausch und zur Stärkung ihres wissenschaftlichen Profils. Mit Formaten wie den „Idea Labs“, bei denen erfahrene ForscherInnen Feedback einbrachten, sowie fachspezifischen Workshops und einer Sitzung zu Publikationsstrategien, erhielten die NachwuchswissenschaftlerInnen praktische und konnten an offenen Diskussionen über die Gestaltung ihrer akademischen Laufbahn teilnehmen.

Im Kern befasste sich die In_equality Conference 2026 mit Ungleichheit in Bereichen wie Bildung, Arbeitsmärkte, Gesundheitswesen, Minderheitenrechte und Klimawandel. Im Rahmen des vielseitigen Programms setzten die vier Keynotes wichtige Impulse: Sie führten bedeutende Debatten der Konferenz zusammen und beeinflussten die  darauffolgenden Diskussionen. Silja Häusermann (Professorin für Politikwissenschaft an der Universität Zürich) zeigte auf, wie Unzufriedenheiten von Bürger*innen mit dem eigenen sozialen Status die politischen Forderungen in fortgeschrittenen kapitalistischen Demokratien beeinflusst. Das warf die Frage auf, ob Sozialpolitik Inklusion fördert oder Segmentierung verstärkt. Jana Diesner (Professorin an der Technischen Universität München) lenkte die Aufmerksamkeit auf Ungleichheit innerhalb der Wissenschaft selbst. Sie zeigte auf, wie computergestützte und qualitative methodische Ansätze kombiniert werden können, um Ungleichheiten innerhalb von Institutionen, bei der Forschungsfinanzierung und bei Forschungsergebnissen zu analysieren. Attila Lindner (Professor für Wirtschaftswissenschaften am University College London) bot eine differenzierte und politikrelevante Übersicht der aktuellen Literatur zum Mindestlohn und stellte langjährige wissenschaftliche Annahmen über Arbeitsmärkte in Frage. Schließlich stellte Merlin Schaeffer (Professor für Soziologie an der Universität Kopenhagen) innovative theoretische und experimentelle Ansätze vor, um zu untersuchen, wie Angehörige ethnischer Minderheiten das Ausmaß gruppenbezogener Diskriminierung wahrnehmen.

Über die Keynotes hinaus förderte die Konferenz den wissenschaftlichen Austausch durch vielfältige Formate. Moderierte Panel Sessions, Podiumsdiskussionen und interaktive Posterpräsentationen gaben Raum für Dialog und neue Perspektiven. Während sich eine Podiumsdiskussion damit befasste, wie künstliche Intelligenz die Sozialwissenschaften im gesamten Forschungsprozess neu gestaltet, thematisierte eine andere Sitzung den wachsenden politischen Druck auf die Forschung und dessen Auswirkungen auf die akademische Freiheit. Während der gesamten Konferenz bot die sonnige Terrasse am Veranstaltungsort Gelegenheit, die Diskussionen bei einer Tasse Kaffee fortzusetzen.

Zu den Höhepunkten der In_equality Konferenz gehörte auch die live Aufzeichnung des In_equality Podcasts, moderiert von Marius R. Busemeyer und Gabriele Spilker (SprecherInnen des Exzellenzclusters „The Politics of Inequality“). Zusammen mit KollegInnen präsentierten sie wichtige Ergebnisse aus der ersten Förderphase des Clusters.

In_equality Podcast

https://www.youtube.com/watch?v=qVO4xh_RUPU

Im Verlauf der Konferenz wurde außerdem der „In_equality Research Award 2026“ an Steffen Mau, Professor für Makrosoziologie an der Humboldt-Universität zu Berlin und Direktor des Max-Planck-Instituts für Politik- und Sozialwissenschaft, verliehen, in Anerkennung seiner wegweisenden Forschung zu sozialer Ungleichheit, sozialem Wandel und Transformation und deren Transfer in Politik und Gesellschaft. Die Konferenz endete mit einer zukunftsorientierten Plenarsitzung, die eine Zusammenfassung der Schlüsselthemen sowie analytische Überlegungen zu zukünftigen Forschungsvorhaben bot.

Das Rahmenprogramm der Konferenz sorgte für eine willkommene Abwechslung vom intensiven Tagesprogramm. So hatten die Teilnehmenden bei einer Bootsfahrt auf dem Bodensee, die direkt vom Veranstaltungsort aus startete und an der Insel Mainau sowie prähistorischen UNESCO-Welterbestätten vorbeiführte, die Gelegenheit, die Landschaft der Region Konstanz zu erleben. Nach Tagen voller Diskussionen über Ungleichheit sorgte die „In_equality Club Night“ mit ihrer Tanzfläche für Spaß bis in den späten Abend hinein. 

Lena Reiter & Annalena Kampermann

Von Lena Reiter & Annalena Kampermann - 11.05.2026